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Unterwegs in der Natur der Voralpen und Alpen
Das Kleine im Grossen entdecken

WUNDERWELT UNSERER EINHEIMISCHEN ORCHIDEEN

Orchideen sind von spezieller Schönheit, Eleganz und wirken geheimnisvoll.
Um die 70 Arten blühen in der Schweiz, weltweit sind es um die 25000 Arten.

Unsere einheimischen Orchideen wurzeln im Gegensatz zu den tropischen Arten alle in der Erde und haben spezielle Ansprüche an ihren Standort. So reagieren sie sehr empfindlich auf Veränderungen und manche kommen nach einem niederschlagsarmen Winter oder Frühling kaum zum Blühen.

Damit eine Orchidee keimen kann, ist sie auf einen Wurzelpilz angewiesen. Allein dieser Pilzpartner kann den Keimling mit Nährstoffen versorgen. Im 2. und 3. Entwicklungsjahr erfolgt mit der Bildung von Blattgrün der Übergang zur Jungpflanze, welche sich durch Photosynthese weiter entwickelt und sich nun selbständig ernährt. Ausgewachsene Orchideen leben aber oft weiter in Symbiose mit einem Pilzpartner. Dieser versorgt die Pflanze mit Wasser, Nährsalzen und eventuell auch organischen Verbindungen. Er erhält von der Orchidee dafür Kohlehydrate und andere organische Verbindungen, welche er selbst nicht bilden kann. Die Abhängigkeit der Orchidee von ihrem Pilzpartner wechselt im Laufe ihrer Lebensphasen.

Nur einige wenige Orchideeen, welche kein Blattgrün bilden wie z.b. die Vogelnestwurz, bleiben ihr Leben lang vom Pilz abhängig.

Zur Erhaltung der mehr oder weniger seltenen und gefährdeten Arten wurden sämtliche Orchideen in der Schweiz unter Schutz gestellt.

Ein Beispiel, wo man viele wildwachsende Orchideenarten bewundern kann, ist die Südseite des Rossbergs mit seinem Bergsturz- und Abbruchgebiet im Kanton Schwyz.
Hier blühen von Mai bis ca. August um die 30 Arten; auch die grösste aller einheimischen Orchideen - der Frauenschuh.

 NameMännliches Knabenkraut, Manns-Knabenkraut
 VorkommenMagerwiesen, magere Alpweiden, trockene Riedwiesen, lichte Wälder - wächst
auf kalkhaltigen bis kalkfreien Böden, bis ca. 2700m
 GefährdungNicht sehr gross, lokal häufig - wegen seiner Fähigkeit, verschiedene Standorte
zu besiedeln
 BlütezeitApril/Mai bis Juni
 BesonderesStengel im oberen Teil rot; Blätter in Rosette.
 NameFuchs' Knabenkraut
 Vorkommenfeuchte Standorte: Wiesen, lockere Wälder, Moore
 Gefährdunglokal verbreitet
 BlütezeitMai - ca. August
 Besonderesbis ca. 90cm hoch wachsend
 NameSumpf-Knabenkraut
 VorkommenFlachmoore, Auen, feuchte Wiesen
 Gefährdungmittel, schutzbedürftig!
 BlütezeitJuni
 Besondereslockerblütig, Blüten dunkelrosa bis lila
 NameBreitblättriges Knabenkraut, Breitblättrige Fingerwurz
 Vorkommensonnige Lagen - feuchte Magerwiesen, Quell- und Hangmoore
 Gefährdungdurch Düngung gefährdet
 BlütezeitMai - ca. August
 BesonderesArt sehr variabel; Laubblätter immer gefleckt
 NameMücken-Handwurz, Langspornige Handwurz
 VorkommenMagerrasen, Feucht- und Nasswiesen, Böschungen, bis ca. 2700m
 GefährdungDurch Düngung und Entwässerung bedroht
 BlütezeitMai - ca. Juni
 BesonderesBis zu 50 Blüten, mehr oder weniger dicht bis lockerblütig; bis 2cm langer Sporn (Name!)
 NameWeisses Waldvöglein, Bleiches Waldvöglein
 VorkommenLichte Laubmischwälder, Strauch- und Waldränder, bis ca. 1600m
 GefährdungLokal relativ häufig, aber durch Forstwirtschaft gefährdet
 BlütezeitMai - Juni
 BesonderesTraubiger Blütenstand mit bis zu 20 Blüten; in Bezug auf Blütenfarbe etwas variabel.
 NameRotes Waldvöglein, Rote Waldlilie
 Vorkommenkalkliebend - lichte Wälder, Waldränder, Wiesen an Waldrändern, bis ca. 2000m
 Gefährdungvon zerstreut bis selten, gefährdet durch frühes Mähen
 BlütezeitMai - Juli
 BesonderesLocker-ähriger Blütenstand mit bis zu 20 Einzelblüten; Orchidee des Jahres 2000!
 NameWeisses Breitkölbchen, Waldhyazinthe
 VorkommenMagerwiesen, alpine Rasen, moorige Wiesen, Hochmoore, eher kalkarme Böden liebend, bis ca. 2200m
 GefährdungLokal relativ verbreitet, bedroht durch Düngung
 BlütezeitMai - Juni
 BesonderesBlüte nachts duftend; von nachtaktiven, langrüsseligen Schmetterlingen besucht
 NameGrünliche Waldhyazinthe, grünes Breitkölbchen
 Vorkommenfeuchte Wälder, Waldränder, Sumpfwiesen, Flachmoore
 Gefährdungmittel, Verbreitung lückenhaft
 BlütezeitMai - ca. Juni
 BesonderesBlüte mit langem Sporn, welcher mit Nektar gefüllt ist
 NameFrauenschuh
 VorkommenLichte Wälder aus Föhren, Fichten, Eichen, Hainbuchen, bis ca. 1900m
 GefährdungDezimiert, eher selten, sehr schutzbedürftig
 BlütezeitMai - ca. Mitte Juni
 BesonderesLippe der Blüte gelb pantoffelartig mit sog. Kesselfalle. Grösste einheimische Orchidee!
 NameBreitblättrige Stendelwurz, Breitblättrige Sumpfwurz
 VorkommenLockere Laub- und Mischwälder, Waldränder, Lichtungen - an an halbschattigen bis lichten Standorten mit kalkfreien bis leicht kalkhaltigen Böden
 GefährdungLokal etwas rückgängig, aber keine Gefährdung
 BlütezeitMai - Juli
 BesonderesKann bis über einen Meter hoch werden; Orchidee des Jahres 2006.
 NameBraunrote Sumpfwurz
 VorkommenWaldränder, Magerwiesen, lichte Wälder - auf Kalkböden warmer Lagen,
bis ca. 2300m
 GefährdungKaum gefährdet
 BlütezeitJuni - August
 BesonderesBlüten nach Vanille duftend, in Farbe von purpurrot bis rotbraun varierend
 NameWeisse Sumpfwurz, Sumpf-Stendelwurz
 Vorkommenlichte, feuchte Wälder, Auen, Quell-Flachmoore
selten höher als bis 1600m wachsend
 Gefährdungleicht gefährdet
 BlütezeitJuni - August
 BesonderesStengel und Blütensitiele flaumig behaart
 NameLanggliedrige Sumpfwurz
 VorkommenHalbtrockenrasen, Mischwaldränder, Föhrenwälder, bis ca. 1500m
 GefährdungMässig gefährdet
 BlütezeitMai - ca. August
 BesonderesBis um die 70 hängende Einzelblüten
 NameWeisse Höswurz, Weisszunge
 VorkommenAlpine Rasen, lockere Zwergstrauchheiden, Magerwiesen, bis ca. 2600m
typische Orchidee der Bergwiesen
 GefährdungOberhalb 1400m lokal verbreitet, in tieferen Lagen gefährdet
 BlütezeitJuni - Juli
 BesonderesBlüten walzenförmig, dichtblütig mit bis zu 40 kleinen Einzelblüten.
 NameGrosses Zweiblatt
 Vorkommenvor allem in Magerwiesen, Hang- und Flachmoore, Auen, bis ca. 2100m
 Gefährdungkaum, da viele geeignete Standorte
 BlütezeitMai - August
 Besondereszwei grundständige Laubblätter (Name!)
 NameFliegen-Ragwurz
 Vorkommenauf Kalk - lichte Föhrenwälder, Magerwiesen, Halbtrockenrasen
 Gefährdunginfolge Bewirtschaftung bedroht; schutzbedürftig!
 BlütezeitMai - Juli
 BesonderesBlüten behaart
 NameBienen-Ragwurz
 VorkommenTrocken- und Halbtrockenrasen, Magerwiesen
 Gefährdungan vielen Standorten gefährdet
 BlütezeitJuni - Juli
 Besonderestypisch das orange Feld am Mittellappen; behaart.
 NameZungenstendel (genaue Art noch unbestimmt)
 Vorkommenlichte Wälder, Trockenrasen (im Mittelmeerraum beheimatet)
 Gefährdungim Alpenraum selten
 BlütezeitApril - ca. Juli
 BesonderesBlüteninneres höhlenförmig - Schlafplatz für Insekten!
 NameSchwärzliche Orchis
 Vorkommensonnige Magerwiesen
 Gefährdunglandesweit (CH) potenziell gefährdet
 BlütezeitApril - ca. Juni
 Besonderesunterste Blüten öffnen sich zuerst, daher sieht es aus, als ob die oberen angebrannt wären
 NameVogel-Nestwurz
 Vorkommenauf schattigen Böden in Mischwäldern
 Gefährdungnicht sehr häufig, wenig gefährdet
 BlütezeitMai - ca. Juli
 BesonderesBlüten und Stängel in gleich brauner Farbe, keine Laubblätter