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Unterwegs in der Natur der Voralpen und Alpen
Das Kleine im Grossen entdecken

SCHMETTERLINGE - Wunder einer fantastischen Metamorphose


SCHMETTERLINGE sind nach den Käfern die zweitartenreichste Insekten-Ordnung und in Europa mit gut 10'000 Arten vertreten.
Regional sind die Bestände gewisser Arten rückgängig, ja sogar bedroht.
Sie sind Indikatoren für den Zustand der Umwelt und reagieren sensibel auf negative Veränderungen.

Ihre Raupen ernähren sich von bestimmten Pflanzen; kommen diese z.B. infolge intensiver Bewirtschaftung nicht mehr vor, gibt es auch keine Schmetterlinge mehr.

Und die Vögel, welche nahrungsmässig vom Raupenangebot abhängig sind, verschwinden ebenfalls.

VORKOMMEN/LEBENSRAUM
Unsere einheimischen Schmetterlinge sind Pflanzenfresser und damit ist für ihr Vorkommen voraussetzend, dass ihre Nahrungspflanzen ausreichend vorkommen. Das ist für Falter wie auch für ihre Raupen Bedingung.
Manche Arten nehmen viele Nahrungspflanzen an, andere Arten nur wenige oder gar eine einzige.

Beispiele von Lebensräumen
› blumenreiche Trockenwiesen (extrem hohe Biodiversität)
› Flussauen und andere Feuchtgebiete
› buschreiche Waldränder
› Moore und Feuchtwiesen
› Parks und Gärten

Zahlreiche Schmetterlingsarten sind heute gefährdet. Wichtigste Ursache dafür ist der Verlust von Lebensräumen durch menschliche Eingriffe.
Eine stark gefährdete Art sind neben anderen die Segelfalter, zu deren Familie auch der lokal gefährdete Schwalbenschwanz gehört.

FORTPFLANZUNG/ENTWICKLUNG
Ihre METAMORPHOSE: Ei-Raupe-Puppe-Schmetterling - die vollständige Verwandlung während der Entwicklung - ist eines der grössten Wunder in der Natur.

Nach dem Schlüpfen aus dem Ei heisst es für die Jungräupchen Fressen, Wachsen, Tarnen und Schutz vor Fressfeinden. Das Schützen und Tarnen geschieht je nach Art auf verschiedene Weise:

› farbliche Anpassung an Umgebung
› formliche Veränderung (Nachahmung eines Blattes oder Stängels)
› auffällige Färbung und Musterung (Ungeniessbarkeit darstellen)
› mit drohender Abwehrhaltung (grössere Raupen)
› Ungeniessbarkeit
› geschützt in selbst erstellten Gespinsten lebend

Spätestens wenn die Raupen erwachsen sind, verlassen sie das Gespinst und werden zu Einzelgängern in ihrem weiteren Entwicklungsprozess. Gespinste sind sehr widerstandsfähig und werden auf Bäumen, an Sträuchern, auf Pflanzen oder in Bodennähe erstellt. Diese sind je nach Art dichter oder lockerer.

Die Raupen der Gespinstmotten (Nachtfalter) überziehen ganze Bäume und Sträucher mit ihrem Gespinst, in welchem sich grosse Gemeinschaften entwickeln. Oft sind die Bäume und Sträucher mit dem grausilbrigen Gespinst-Überzug kahlgefressen.

Manche Arten von Jungraupen überwintern gemeinsam in einem Gespinst am Boden.

Wenn die Raupe ausgewachsen ist, beendet sie das Fressen und sucht sich einen geeigneten Platz für die Verpuppung. Die Orte sind artabhängig (Bläulinge am und im Boden, Edelfalter an Pflanzen und Sträuchern).
Nach der letzten Häutung ist die Puppe da und in ihr beginnt die Metamorphose zum Schmetterling:
› Raupenorgane werden abgebaut
› Raupenorgane werden zu Falterorganen umgebildet
› äussere Gestalt ändert sich

Bei den Tagfaltern gibt es nach Befestigungsart 2 Arten von Puppen:
› Stürzpuppen: Puppe frei hängend mit dem Kopf nach unten, nur mit dem Hinterende an der Unterlage
  befestigt. Stürzpuppen findet man hauptsächlich bei den Edelfaltern.
› Gürtelpuppen: in einem Gürtel hängend, welchen die Raupe vor der Verpuppung anfertigt.
  Diese Puppenart ist bei den Ritterfaltern und den Weisslingen verbreitet.

Die Puppenphase (Puppenruhe) beträgt meist zwei bis vier Wochen. Manche Arten überwintern als Puppe. Hier entwickeln sich die Falter schon vor dem Winter, schlüpfen aber erst im Frühling. Manchmal ruhen die Falter in den Puppen länger als einen Winter. So können z.B. die Frühlings-Wollafter bis zu sieben Jahre in ihrer Puppe verbleiben, bevor sie schlüpfen.

SCHUTZ/TARNUNG
Auch der Schmetterling hat zum Schutz vor den vielen Fressfeinden Mittel zur Tarnung, Täuschung und Warnung entwickelt.
Einige haben Muster auf den Flügeln, die entweder wie Tieraugen aussehen, oder mit extremer Färbung Gefährlichkeit oder Giftigkeit darstellen.
Einige Tagfalter sind zwar oberseits der Flügel bunt gezeichnet, die Unterseite erscheint aber wie welkes Laub. Dadurch sind sie mit geschlossenen Flügeln gut getarnt und der Umgebung angepasst. Andere sind flügelunterseitig farblich blass und so an die Nektarpflanzen angepasst.