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Unterwegs in der Natur der Voralpen und Alpen
Das Kleine im Grossen entdecken

WEBSPINNEN - Künstler und Tarnexperten


WEBSPINNEN gehören zusammen mit den Weberknechten, Skorpionen, Milben und Zecken zu den Spinnentieren, welche eine Klasse der Gliederfüsser sind, aber keine Insekten.
Sie werden weiter unterteilt in Gliederspinnen, Vogelspinnenartige und echte Webspinnen.

CHARAKTERISTISCH FÜR DIE WEBSPINNEN

· sie haben - wie alle Spinnentiere - 8 Beine
· zum Teil grosser beinloser Hinterleib (Abdomen) - die 4 Beinpaare sind am Kopf-Brustteil
· Lebensweise:
 - teilweise räuberisch, indem sie hauptsächlich Insekten erbeuten, welche sie aussaugen;
 - etliche fangen ihre Beute - meist Insekten - mit Netzen;
 - einige jagen aktiv auf dem Wasser;
 - andere bauen keine Fangnetze, sondern sind reine Lauerjäger wie z.B. die Krabbenspinnen,
   Springspinnen und Wolfsspinnen;
· besitzen Beisswerkzeuge mit Giftklaue zum Töten der Beute;
· die meisten mit Spinnwarzen am Hinterleib, das Ausführorgan für die Spinnenseide;
· Gift einheimischer Spinnen für den Menschen ungefährlich.

SPINNENSEIDE/SPINNFADEN
Produktion der Spinnfäden: Spinndrüsen im Hinterleib produzieren
einen flüssigen Eiweissbrei, welcher durch die Spinnwarzen aus-
geschieden wird. Sobald der Brei an die Luft kommt, erstarrt er.
Mit einer Spinnspule in den Warzen, welche durch Muskeln bewegt
wird, entsteht der Faden. Die Anzahl der Spinnwarzen und Spulen
variert sehr.
Durch Mischung der Spinnenseide werden Fäden für verschiedene Zwecke produziert: zum kleben, zum fesseln, zum isolieren, für den
Ei-Kokon und den Netzbau.

NETZ
Nicht alle Netze, aber sehr viele werden zum Beutefang erstellt. Die Netze werden nach ihren Formen unterschieden:
· Radnetze
· Deckennetze
· Trichternetze
· Raumnetze

Am meisten wahrgenommen wird wohl das Radnetz. Die Fäden sind zugfest, aber auch sehr elastisch. Spinnenseide ist auf ihr Gewicht bezogen 4x belastbarer als Stahl. Sie kann um etwa das 3-fache gedehnt werden ohne zu reissen. Damit ist sichergestellt, dass das Netz der Wucht eines reinfliegenden Insektes meistens Stand hält.

FORTPFLANZUNG
Für eine erfolgreiche Paarung muss das Männchen, das immer deutlich kleiner ist als das Weibchen, ein spezifisches Ritual einhalten. So erkennt das Weibchen es als Geschlechtspartner. Ist dies nicht der Fall, wird das Männchen nicht selten Opfer des Weibchens (Kannibalismus).

Alle Webspinnen legen Eier. Die Weibchen tragen die Eier zum Schutz bis zum Schlüpfen der Jungen in einem Eikokon mit sich herum. Die ausschlüpfenden Jungen machen keine Metamorphose durch, sie haben meist schon die Form der ausgewachsenen Tiere. Bis zur ersten Häutung verbleiben sie in der Eihülle.