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Unterwegs in der Natur der Voralpen und Alpen
Das Kleine im Grossen entdecken

Der ALPEN-STEINBOCK - Extremspezialist des Hochgebirges


DAS GEHÖRN
Der Bock besitzt gebogene Hörner, welche je nach Alter bis zu einem Meter Länge haben können.
Die Geiss hingegen besitzt kurze, nur wenig gebogene Hörner.
Beide Geschlechter haben einen Ziegenbart.

LEBENSRAUM/LEBENSWEISE
In den Alpen lebt der Steinbock oberhalb der Waldgrenze bis auf Höhen von ca. 3600m. Im Winter hält er sich auch in tieferen Lagen auf. Im Frühjahr, wenn in hohen Lagen noch Schnee liegt, steigt er gerne zum Äsen auf Weiden und Wiesen ab, wo das frische Gras lockt.

Ausserhalb der Paarungszeit (ab Frühjahr) leben Böcke und Geissen getrennt:

- ca. 10-20 Geissen in Rudeln mit Jungtieren
- Böcke in gemischten Rudeln
Alte Böcke sondern sich gerne ab und leben als Einzelgänger.

Er ist perfekt an das Leben im Hochgebirge mit den extremen Bedingungen angepasst. So verdankt er seine ausgezeichneten Kletterfähigkeiten den speziell angepassten Hufen. Verhornte Ränder sorgen für Trittfestigkeit und die weichen Innenballen verhindern das Abrutschen.
Mit den beiden einzeln beweglichen Hufzehen kann sich der Fuss an jede Unebenheit anpassen.

Heute leben um die 40'000 Steinböcke im gesamten Alpenraum. Die grösste Kolonie lebt im Oberengadiner Albris-Gebiet; weitere im Nationalpark, im Urnerland, Alpsteingebiet und Muotathal.


FORTPFLANZUNG
Brunftzeit: November - Januar
Setztermin: nach 23 Wochen Tragzeit, ca. Ende Mai/anfangs Juni

Mit 3 Jahren sind die Böcke geschlechtsreif. Geissen bereits mit ca, 2.5 Jahren.
Zur Paarungszeit suchen die Böcke wieder die Geissrudel auf. Ähnlich wie bei den Hirschen verfolgen die Böcke das Ziel, die Kontrolle über das Rudel zu erlangen. Dabei kommt es zwischen den Böcken zu Kämpfen. Damit ein Bock eine Chance hat erfolgreich zu sein, muss er mindestens 6 Jahre alt sein.

Schon kurz nach der Geburt folgt das Kitz der Mutter. Ab der 2. Lebenswoche beginnt es zu äsen und, wird aber noch bis zum nächsten Winter gesäugt. Nach wenigen Wochen erkunden die Kitze bereits allein ihren felsigen Lebensraum.

WINTER
Im Herbst wechselt das Sommerfell in ein dunkel grau-braunes Winterfell mit Unterwolle, welches optimalen Feuchte- und Kälteschutz gibt.

Für den Steinbock ist die Zeit des Winters hart. Als Pflanzenfresser findet er unter der Schneedecke kaum Nahrung und die Temperaturen sinken oft weit in den Minusbereich. Energie sparen heisst es also, um die Körpertemperatur genügend hoch zu halten.
Dies gelingt so:
· Herzschlag wird um 60% gesenkt gegenüber dem im Sommer
· morgens minime Aktivitäten bis zur Aufwärmung durch Sonne
· generell weniger Aktivität und langsameres Bewegen während des Winters

Für das Sonnenbad halten sich Böcke und Geissen an gut besonnten und warmen Südhängen auf.