Wissenswertes kurz und bündig

Schmetterlinge sind nach den Käfern mit um die 10'000 Arten in Europa auf Platz 2 der artenreichsten Insektenordnungen.

Körperbau
Den ganzen Körper bedecken Schuppen, welche dachziegel-ähnlich angeordnet sind. Jede Schuppe hat eine Farbe oder ist farblos.
Alle zusammen bilden das typische Muster des Falters. Je nach Art bunt, matt oder leicht durchsichtig wie beim Apollofalter.

Die beiden Fühler sind Wahrnehmungs- und Riechorgane.
Der Rüssel dient zur Nahrungsaufnahme, denn sie ernähren sich ausschliesslich flüssig!

Schutz/Tarnung
Wie ihre Raupen haben auch die Falter zum Schutz vor ihren Fressfeinden Mittel zur Tarnung, Täuschung und Warnung entwickelt.

Einige haben Muster auf den Flügeln, die entweder wie Tieraugen aussehen, oder mit extremer Färbung Gefährlichkeit oder Giftigkeit darstellen.
Einige Tagfalter sind zwar oberseits der Flügel bunt gezeichnet, die Unterseite erscheint aber wie welkes Laub.
Dadurch sind sie mit geschlossenen Flügeln gut getarnt und der Umgebung angepasst.
Andere sind farblich an ihre wenigen Nektarpflanzen angepasst und verschmelzen praktisch mit ihnen.

Vorkommen/Lebensraum
Schmetterlinge reagieren sensibel auf negative Veränderungen in der Umwelt und sind somit Indikatoren für deren Zustand.
Ihre Raupen wie auch die Falter ernähren sich von bestimmten Pflanzen und brauchen blumenreiche Wiesen und Sträucher mit Vielfalt.
Manche Arten nehmen viele Nahrungspflanzen an, andere Arten nur wenige oder gar eine einzige.
Kommen diese z.B. infolge intensiver Bewirtschaftung nicht mehr vor, gibt es auch keine Schmetterlinge mehr. Und die Vögel, welche nahrungsmässig vom Raupenangebot abhängig sind, verschwinden ebenfalls.

Lokal gefährdet ist u.a. die Familie der Ritterfalter, zu welcher auch der Schwalbenschwanz gehört. Einer der grössten Falter im Alpenraum!

Fortpflanzung/Entwicklung
Ihre METAMORPHOSE: Ei-Raupe-Puppe-Schmetterling - die vollständige Verwandlung während der Entwicklung - ist eines der grössten Wunder in der Natur!

Nach dem Schlüpfen aus dem Ei heisst es für die Raupen Fressen, Wachsen, Tarnen und Schutz vor Fressfeinden.
Schutz und Tarnen geschieht je nach Art auf verschiedene Weise:
• farbliche Anpassung an Umgebung
• spezielle Hautform (Nachahmung eines Blattes oder Stängels)
• auffällige Färbung und Musterung (Ungeniessbarkeit darstellen)
• drohende Abwehrhaltung (grössere Raupen)
• geschützt in selbst erstellten Gespinsten lebend

Gespinste sind sehr widerstandsfähig und werden auf Bäumen, an Sträuchern, auf Pflanzen oder in Bodennähe erstellt. Diese sind je nach Art dichter oder lockerer.
Die Raupen der Gespinstmotten (Nachtfalter) überziehen ganze Bäume und Sträucher mit ihrem Gespinst, in welchem sich grosse Gemeinschaften entwickeln. Oft sind die Bäume und Sträucher mit dem grausilbrigen Gespinst-Überzug kahlgefressen.

Im Laufe ihres Lebens muss sich die Raupe 4-5 mal häuten, da die Haut nur begrenzt mitwächst.
Vor der letzten Häutung beendet sie das Fressen und es geht in die letzte Entwicklungsphase. Sie sucht sich einen geeigneten Platz für die Verpuppung. Die Orte sind artabhängig (Bläulinge am und im Boden, Edelfalter an Pflanzen und Sträuchern.

In der Puppe findet die Metamorphose zum Schmetterling statt:
• Raupenorgane werden abgebaut
• Raupenorgane werden zu Falterorganen umgebildet
• äussere Gestalt ändert sich

Erfreuen wir uns an unseren wunderschönen Tag- und Nachtfaltern
von A - Z!